Was Körpertherapeuten zum Flow sagen

Körpertherapie bedeutet die Freude, Ganzheit zu berühren, persönliche Prozesse zu begleiten und heilsame Räume zu gestalten.

Körpertherapie bedeutet auch, uns selbst und andere daran zu erinnern, dass das Leben gut ist, dass wir loslassen können in ein gutes, fliessendes Wasser hinein. Körpertherapie ist nicht einfach nur „Therapie des Körpers“, sondern „Therapie durch den Körper“. Wir berühren durch den Körper und durch die Würdigung dessen, wie er gerade für uns ist, eine Ganzheit – eine Erinnerung an eine Ganzheit, die wir nie verloren haben. Hier ist die Eingangstüre zum Flow.

Was sagen KörpertherapeutInnen verschiedener Methodenansätze zum Flow und wie ihre Methode den Flow unterstützt:

Neu: Lymphdrainage

Umesh Tejasvi, Lehrer für Ayurveda und Lymphdrainage:

Die Lymphdrainage wird normalerweise eher in trockenen, medizinischen Worten beschrieben. Doch kommt ihr im Zusammenhang mit dem Fluss des Lebendigen eine herausragende Rolle zu. Sie erinnert uns, ganz körperlich und damit ganz konkret und praktisch, an das Geheimnis des Fliessens, das wir nicht „machen“ und „kontrollieren“ können, das wir nur unterstützen und zulassen können.

Wenn wir die Lymphdrainage aus der ayurvedischen Sicht anschauen und beschreiben, entsteht ein Bild der Lymphdrainage, die dem Wunder, die ihr zugrunde liegt, besser gerechet wird.

Rasa, Rasayana und die Lymphe

Im Ayurveda kommt der Beschäftigung mit den flüssigen Substanzen im Körper eine grosse Bedeutung zu. Rasayana, einer der acht Hauptzweige des Ayurveda, beinhaltet die aktive Anwendung des Wissens über das Lymphsystem. Rasa bedeutet hier Blutplasma und Lymphe und ayana heisst angewandte Wissenschaft.

Die Lymphe oder rasa-dhatu ist verantwortlich für die erste Sinnesreaktion wie z.B. das erste Hungergefühl, sobald man den feinen Geruch von Nahrung wahrnimmt. Ist rasa-dhatu durch ein schwaches Verdauungsfeuer (agni) verdickt und mit Schlacken (ama) belastet, werden unsere Sinneswahrnehmungen stumpf.

Rasa hat viele Bedeutungen, sie alle beschreiben eine bestimmte Funktion der Lymphe. Interessanterweise sind die drei wichtigsten Bedeutungen von rasa Flüssigkeit (Lymphe), Gefühle (Emotionen) und Geschmack: Lymphe, Emotionen, Geschmack, Saft, Nährflüssigkeit, Melodie, Plasma, Wasser, Menses, Samen, Muttermilch, Befriedigung, Liebe.

Rasa und der emotional-sensorische Link

Im Ayurveda ist jede Geschmacksempfindung einem speziellen Verdauungsschritt und einer bestimmten, durch sie ausgelösten Empfindung zugeordnet. Daher ist es kein Wunder, wenn man angesichts des Duftes eines frisch gebackenen Brotes ein Glücksgefühl verspürt. Sobald der Geruch in unsere Nase steigt, entsteht eine Verknüpfung dieses Sinnesreizes mit einer Emotion. Dieser emotionale Prozess setzt sich dann im Magen und im gesamten Verdauungstrakt fort.

So wie der Geschmack der Nahrung rasa genannt wird, werden auch unsere damit assoziierten Empfindungen und Emotionen als rasa bezeichnet. Dies ist der Grund, weshalb laut Ayurveda jeder Geschmack eine unterschiedliche Empfindung transportiert oder indiziert. Es ist von daher wichtig, alle sechs Geschmacksrichtungen in einer Mahlzeit zu vereinen, um einen ausgeglichen emotionalen Zustand herzustellen.

Die sechs Geschmacksrichtungen und die dazugehörigen Emotionen/Gefühlszustände:

  • Süss / Befriedigung, Erfüllung, Behaglichkeitsgefühl
  • Sauer / erhöhte Achtsamkeit, Einsichtsvermögen, Erkenntnis
  • Salzig / Bedürfnis, Leidenschaft, Lebensfreude
  • Scharf / ehrgeizig, angetrieben, extrovertiert
  • Bitter / dynamisch, fokussiert, besonnen
  • Adstringierend / geistige Klarheit, Gelassenheit, Beschaulichkeit

Fehlt nur eine dieser Komponenten über einen längeren Zeitraum in der Nahrung oder wird eine der Komponenten über einen längeren Zeitraum im Übermass aufgenommen, kann dies zu einem emotionalen oder physiologischen Ungleichgewicht führen.

Wir wissen, dass 95% unseres Serotonins im Darm produziert und gespeichert wird. Wir wissen auch, das emotionale Zustände von der Zusammensetzung der Darmflora beeinflusst werden. Ebenso wissen wir, dass die Mikrobenzusammensetzung in der Darmflora Emotionen erzeugen kann und daher sehr empfindlich auf Stimmungen, Gefühle und Umgebungsfaktoren reagiert, denen wir während der Nahrungsaufnahme ausgesetzt sind. Die Summe all dieser Faktoren hat einen Einfluss auf die Qualität unseres rasa.

Gefühlszustände bei einen Mangel der rasas

  • süss / unzufrieden, missvergnügt
  • sauer / impulsiv, nachlässig, unbesonnen, zerstreut
  • salzig / unmotiviert, zögerlich, gleichgültig
  • scharf / passiv, zurückgezogen
  • bitter / enttäuscht, betrübt
  • adstringierend / uninteressiert, schwerfällig, getrübt, apathisch

Gefühlszustände bei einen Überschuss der rasas

  • süss / selbstgefällig, apathisch, indifferent, faul
  • sauer / kritisch, bewertend
  • salzig / hedonistisch, von den Sinnen kontrolliert
  • scharf / böse, aggressiv, offensiv
  • bitter / verbittert, pessimistisch
  • adstringierend / überempfindlich, ängstlich, besorgt

Was den Fluss verhindert

Stress, falsche Ernährung, Traumata, exzessive Aktivitäten, Sorgen, Belastung, Angst und Essen ohne Achtsamkeit behindern die Fähigkeit des Körpers, gesunde Gewebe aufzubauen. Während des gesamten Prozesses werden emotional ungünstig geprägte Teile, im Ayurveda „mentales ama“ (mentale Schlacke) genannt, in die tieferen Schichten des Gewebes transportiert und dort abgelagert. Dies ist einer der Gründe, wiese Ayurveda der Detoxifizierung des Körpers eine solche Bedeutung zumisst.

Detox bedeutet daher nicht nur, den Körper zu reinigen. Es befreit uns auch von ungesunden Emotionen, die wir manchmal seit unserer Kindheit mit uns herumtragen. Diese Emotionen, wenn sie nicht losgelassen werden, behindern mit der Zeit die Bildung von gesundem Gewebe und bewirken sogar, dass dieses abgebaut wird.

Lymphdrainage hilft nicht nur, den Fluss im Körper zu unterstützen, sondern klärt und beruhigt auch den Geist und die Emotionen. Dadurch fällt es uns leichter, den Zustand des Flow auch im Alltag und in der Meditation zu finden.

Info zur Lymphdrainage

Neu: Autogenes Training

Stefan Siegfried, Psychologe FSP und Lehrer für Autogenes Training am Kientalerhof:

In das Empfinden von Wärme und Schwere kommen
alles Müssen und Denken von sich abfallen lassen
mehr und mehr einfach in sich hineinhorchen
ohne Erwartung, ohne Ziel, die Gedanken ziehen lassend
neugierig, was genau dieser Moment zeigen und eröffnen kann

Geschlossen die Augen
verschwimmen die Grenzen der Welt von innen und aussen
ein sanftes inneres Licht beginnt sich zu zeigen
wenn vor dem inneren Auge
die Wolken am Himmel ziehen und immer weiter ziehen –

Und mit ihnen mitzugehen, dahinzufliessen mit diesem
geheimnisvollen Strom des Werdens
In der Stille, die sich, mehr und mehr
ausbreitet, wenn der Fluss des Atems uns wegträgt

In uns hineingleiten, dem Geräusch des Herzschlags folgend,
Gelöstheit in uns finden, und diese vertrauensvolle Gelöstheit in uns selber
als unsere eigentliche tiefere Natur erkennen, die schon immer wartend
im Hintergrund in uns
Auf unsere Rückkehr und Verbindung
Jetzt auch an jedem Tag bewusst und immer klarer
Geduldig wartend uns empfängt.

Infos zum Autogenen Training

 

Neu: Desbloqueo

Andreas Gürtler, DESBLOQUEO, Lehrer für Energiewahrnehmung und den Umgang mit Energien:

Flow ist ein natürlicher Zustand des Menschen. Diese Aussage mag erstaunen. Denn üblicherweise bringen wir Flow eher mit einem aussergewöhnlichen Zustand in Verbindung, einem Zustand, bei dem alles passt, alles fliesst, wir uns „high“, erhoben, glücklich und frei fühlen. Wenn wir Flow jedoch als etwas Natürliches begreifen, als einen „normalen“ Zustand neben vielen anderen normalen Zuständen, dann fällt es uns vielleicht leichter, uns von der Magie und der Besonderheit dessen zu lösen, was als Flow gilt.

Jede und jeder von uns kennt den Zustand des Flow. Aber nur wenigen Menschen gelingt es, diesen Zustand bewusst hervorzurufen und darin zu verweilen. Was tun Künstler, Redner und Denker, um im Flow dahinzugleiten? Und wie kannst auch Du die Fähigkeit erlangen, den Flow „bei Dir“ zu haben und ihn als normalen und natürlichen Zustand in das tägliche Leben zu integrieren?

DESBLOQUEO weist einen Weg. Die Methode ist seit mehreren Jahren erprobt und funktioniert. Jeder Mensch kann lernen, im Flow zu sein und darin zu wachsen und zu reifen. Es erfordert wenige, aber essentielle Schritte zu den Ressourcen unserer eigenen Ursprünglichkeit und Natürlichkeit. Alle betreffen unser Verhältnis von Körper und Geist. Beginnend mit dem Körper und dessen Aktivierung lernen wir, wie wir selbst ein profundes und intensives Wohlbefinden erzeugen. Darauf aufbauend erhalten Meditationen eine ganz neue Kraft, wird konzentrierte innere Stille zu einem leicht erreichbaren Ziel. Und damit werden jene Voraussetzungen geschaffen, die Flow möglich machen und Bewusstsein darüber bewirken. Dinge im Leben ändern sich. Der Rest ist Übung und Praxis.

Die dreiteilige Grundausbildung DESBLOQUEO führt in energetische Prozesse ein. Diese sind die Basis für jegliche Energiearbeit, sei diese eher körperorientiert oder eher geistig-spirituell orientiert. Flow ist aus dieser Sicht ja sogar eine notwendige Basis im Umgang mit unseren eigenen Energien und jenen unserer Mitmenschen.

Infos zu DESBLOQUEO

 

Shiatsu

Wilfried Rappenecker, Shiatsu Therapeut und Shiatsu Lehrer:

Fluss im Shiatsu

Fluss in der Meditationspraxis bedeutet, Teil eines Geschehens zu sein („in den Fluss eingetreten sein“). Dies findet außerhalb von mir statt, ebenso mit mir sowie in mir. Der Gedanke, es kontrollieren zu können, entspringt einer Illusion; man kann sich dem Fluss nur überlassen.

In der Shiatsupraxis entsteht Fluss dann, wenn „es“ von selbst geschieht. Er zeigt sich dann, wenn die Reaktion der KlientIn auf die Berührung, und wenn die Wahrnehmung der behandelnden Person, ihre Präsenz und Behandlungsimpulse und die spürbare Situation der KlientIn Teil eines Geschehens sind, welches sich im gemeinsamen Therapeutischen Raum manifestiert. In diesem Raum entfalten sich die Selbstheilungskräfte wie von allein.

Der Therapeutische Raum ist (ebenso wie in der Psychotherapie) ein Resonanzraum. Voraussetzung für das Entstehen von Fluss in der Shiatsu-Behandlung ist nach unserer Vorstellung eine Aktivierung dieses Resonanzraumes. Die Essenz der Aktivierung des Resonanzraumes ist Vertrauen.

Technische Sicherheit und entspannte Präsenz der behandelnden Person starten den aktivierten Resonanzraum. Besonders die durch die körperliche Berührung bewirkte angenehme und befreiende Erfahrung im eigenen Körper gibt der KlientIn Sicherheit und ermöglicht so Vertrauen. Hierdurch wiederum kann die behandelnde Person sich selber und ihrem Gefühl für die Behandlungssituation mehr vertrauen, sich ihren Impulsen im Resonanzraumes anvertrauen und deutlich mehr in sich selber präsent sein.

Dieser Vorgang kann langsam oder sehr zügig ablaufen. Oft bemerkt man als BehandlerIn deutlich den Moment, in dem Resonanz-Aktivierung und Vertrauen stark geworden sind. Saul Goodman (Begründer der Shiatsu Schule Kiental) nannte das den „Switch“ in der Behandlung.

Ist der Fluss eingetreten, muss ich als Behandler nicht mehr einer Theorie folgen, und nicht mehr bestimmte definierte Techniken anwenden. Vielmehr spüre ich die Situation des Klienten deutlich. Meine Hände und meine Aufmerksamkeit „wissen“, wo sie hingehen wollen, die in mir wahrnehmbaren Impulse weisen mir den Weg. Jeder Versuch, das Geschehen kontrollierend einzuengen, schwächt die Kraft des Flusses. Ich muss nur noch folgen.

Möglich wird dies durch eine klare Präsenz und ein waches Eintauchen in den Moment. Alle Elemente der Behandlung fließen jetzt beinahe wie von selber ineinander: die bewusste Wahrnehmung des Geschehens, eine klare Einschätzung der Behandlungssituation, die präzise Anwendung und Variation adäquater Behandlungstechniken einschließlich osteopathischer und Innerer Techniken und eine intellektuelle Reflexion der für diesen Moment passenden Theorie.

Schon Anfänger des Shiatsu erfahren diesen Flow, wenn sie sich in der Behandlung wohl fühlen, weicher und durchlässiger werden und spüren, wie die empfangende Person sich ebenfalls dem Fluss hingibt, es geschehen lässt. Das fühlt sich sehr gut an, und dieses Wohlgefühl ist häufig eine wichtige Motivation, Shiatsu tiefergehend erlernen zu wollen.

Im Verlauf einer Ausbildung kann dieses Erleben vorübergehend wie in den Hintergrund treten, weil die zu lernenden Theorien und Techniken viel Aufmerksamkeit für sich fordern. Öffnung und Aktivierung des Resonanzraumes geraten dann leicht ins Hintertreffen. Wird dies aufgezeigt und thematisiert, kommt es leicht wieder zum Vorschein. Mit zunehmender Praxiserfahrung und Sicherheit jedoch wird die Erfahrung des Flusses in der Behandlung zu einem essentiellen Teil des Erlebens und der Wirkung von Shiatsu.

Info zu Shiatsu

Biodynamische Craniosacral Therapie

Liliane Fehlmann, Schulleiterin der Integralen Schule für Biodynamische Craniosacral Therapie Kiental

Flow und biodynamische Craniosacral Therapie

Flow heisst fliessen, rinnen, strömen. Der Ausdruck wird üblicherweise genutzt, um ein restloses Aufgehen in einer Tätigkeit zu beschreiben. Momente im Flow sind zeitlos, nährend und Menschen, die Flow erleben, beschreiben eine Glückseligkeit, die zugänglich wird. Nach einem Flowerlebnis ist man „anders“ als zuvor.

Im Flow werden die Selbstheilungskräfte mühelos zugänglich. Im Kontext der biodynamischen Craniosacral Therapie benutzen wir gerne auch das Wort Präsenz. Präsenz ist die Fähigkeit, den Moment vollständig zu akzeptieren, so wie er sich uns zeigt. Diese restlose Annahme offenbart die Handlungen und Handhaltungen am craniosacralen System, die der Moment erfordert, und lässt die Stille erscheinen, in der alle Handlungen ihren Ursprung haben. Nicht die Handlung, die STILLE ist die nährende Kraft, die Leben organisiert. Die Handlungen sind einfach die Folge dieser Kraft der Stille.

Meiner Ansicht nach gibt es verschiedene Tore, um Zugang zu dieser Kraft der Stille bewusst zu erleben.

Das Aufgehen in einer Tätigkeit mag eines dieser Tore sein. Präsenz ist ein anderes Tor. Die Beschäftigung mit biodynamischer Craniosacral Therapie ist eines der schönsten Tore, das mir und manchmal auch meinen Klienten offen steht.

Wir lernen, das Körpersystem als „Meister der Präsenz, sozusagen als Meister des Flows“ zu betrachten, denn der Körper lebt in der ewigen Hingabe an das JETZT. Wir können den jetzigen Atemzug nicht auf die Bank bringen, er lässt sich auch nicht versichern, er ist einfach JETZT die Bewegung, die uns ermöglicht zu leben, und Stille ist der „stille Partner“ jeder Bewegung.

Machst du eine kleine, stille Pause zwischen den Atemzügen, spürst du die Kraft, die Bewegung (Einatem) und auch Gegenbewegung (Ausatem) veranlasst. Sind wir ein paar Momente mit unserem Atem und mit nichts als unserem Atem, nähern wir uns der Präsenz, der Stille, und es könnte sein, dass wir aus dieser Stille heraus dem Strömen, dem Flow zuschauen und Flow bewusst erleben.

Wenn wir so schauen, immer wieder auch SIND, wird Flow uns fliessen und strömen lassen – dem Leben und der Liebe entgegen – aus der Stille heraus.

Info zur Craniosacral Therapie

 

Trager Therapie

Bill Scholl, Trager Therapeut und Lehrer:

Was ist Flow?

Innerhalb der Trager Therapie steht das Konzept des Flow im Mittelpunkt. Wir bitten unsere Therapeuten, in einem Zustand der Präsenz, der Verbindung zu sein und aus diesem zu arbeiten. Aus dem Gesagten kommen bereits viele Fragen auf!

Ich möchte versuchen, es auf diese Weise zu erklären: Wir leben unser Leben in der Schwerkraft. Sie ist vom ersten Moment auf dieser Welt an da und bleibt bestehen, bis wir unseren letzten Atemzug machen. Sie ist so präsent, dass wir sie einfach als normal akzeptieren. Oftmals ist das einzige Mal, dass wir uns der Schwerkraft bewusst werden, wenn wir Schmerzen haben!

Um zu lernen, sich in diesem Bereich der Schwerkraft leicht zu bewegen, bedarf es des Bewusstseins (mein Gewicht spüren) und der Bereitschaft zu fragen und zu erforschen (wie könnte es sich anfühlen? Was ist leichter?). Diese einfachen Fragen öffnen eine Tür zur Selbsterkenntnis. Dies ist ein endloser, lebenslanger Prozess.

Milton Trager hat oft gesagt: „Wir können nur das an unsere Klienten weitergeben, was wir selbst entwickelt haben.“ Nur wenn wir selber die Erfahrung von etwas Leichteren, Freieren, Sanfteren haben, können wir dies unserem Klienten vermitteln.

Wir haben in dieser Welt ungeachtet unserer körperlichen Verfassung die Wahl, mit der Schwerkraft zu spielen oder von uns von ihr beugen und brechen zu lassen. Mit der Schwerkraft zu spielen bedeutet, sich in einem Flow-Zustand zu befinden. Das lernen wir als Trager TherapeutInnen, und das wollen wir unseren Klienten vermitteln.

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Esalen Massage

Lilian Imboden, Esalen Practitioner, Teacher in Training: 

Esalen Massage ist Flow

Das Wesen der Esalen Massage liegt im Fliessen. Warme Hände lassen sich von den Schultern her in den Rücken einfliessen. Entlang der Wirbelsäule finden sie ihren Weg bis an das knöcherne Ufer des Beckenkamms, den sie weich umspülen. Hier wird der Fluss langsamer, das Wasser tiefer. Handballen lassen sich  nahe an den Ansätzen der starken Glutealmuskeln einsinken. Mit feinfühligem, aber bestimmten Druck in Richtung Füsse ziehen sie Wirbel für Wirbel sanft in die Länge. Dann fliessen die Hände rechts und links auseinander. Wie Wasser finden sie ihren tiefsten Punkt auf dem Tisch. Der Fluss kehrt sich um und bewegt sich langsam streichend hoch. Am Nacken trennt er sich und zieht zu den Armen hin. Schliesslich trägt eine leichte, feine Wellenbewegung die Hände über die Fingerspitzen hinaus. Hier sind sie bereit, weiter zu fliessen. 

Langsam wird es still. Geist, Körper und Seele lassen sich vom stetigen Fluss der Bewegung tragen.

Es gibt nichts zu verändern. Es gibt nichts zu tun. Es gibt nur den Fluss.

Wasser als Inspiration: The Three Waters

Die Esalen Massage hat sich zutiefst von der Wellenbewegung des Wassers inspirieren  lassen. Wer das Seminarhaus am Pazifik in Kalifornien besucht, schaut über die unendliche Weite des blauen Meeres. Rechts, aus einem kleinen, steilen Tal, fliesst ein klarer Bach ins Meer. Links, unten am Hang, sprudelt heisses Wasser aus dem Berg und wird in den Hot Tubs der Bäder aufgefangen. Das stetige Rauschen der Wellen begleitet hier die Arbeit der Esalen Massage Practitioner. Three waters – drei Wässer – sammeln sich an diesem heiligen Platz, der früher von den Esselen-Indianern besucht wurde. 

Das Erleben der Ganzheit im Fluss

Das alles verbindende Element der Esalen Massage ist die Lange Streichbewegung, der “Long Stroke”. Jede weitere Technik, ob Dehnen, Mobilisation, Schaukeln oder Tiefe Bindegewebsarbeit, wird durch die Lange Streichbewegung integriert in das Ganze der Behandlung. Nur so kann sich die tief nährende Herzqualität der Esalen Massage voll und ganz entfalten – durch den meditativen, ruhigen Fluss der warmen Hände.

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Ayurveda Massage und Ernährungsberatung

Beate Funke-Fervers, Naturheilpraktikerin und Dozentin für Ayurveda:

Ayurveda und der Flow…

Wollen wir Flow aus der Sicht des Ayurveda verstehen, gehen wir zurück zum Anfang aller Dinge. Der Anfang ist Klang, welcher wellenartig durch den Raum fliesst. Es ist ein Anfang, der nie aufhört. Wir bezeichnen diesen Ur-Klang mit OM.

OM ist Schöpfung und zugleich Loslösung, es ist durchdringende Kraft zwischen Erschaffen und Transformation.

Das Wissen um den ewigen Kreislauf nutzen wir im Ayurveda für vielfältige Möglichkeiten, Gesundheit zu erhalten oder wiederherzustellen.

Alles fliesst und am besten im Flussbett seiner Bestimmung. Die 5 Elemente der Manifestion – Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum – fliessen im Flussbett des Nicht-Manifestierten. So kann das Manifeste unser Leben und unsere menschliche Entwicklung nähren und dann wieder losgelöst, transformiert und in den unmanifesten Zustand der Stille zurückgeführt werden.

Da alles Energie, da alles Schwingung ist und im Anfang und seither ohne Unterbruch mit dem Klang durch den Raum bewegt wird, bewegen wir als Behandler die Energie der Elemente durch die Räume des Empfängers. Unser therapeutisches Tun bewegt sich im Flussbett der kosmischen Wahrheit.

Fliessende Bewegungen im Einklang mit dem natürlichem Rhythmus unserer Pulse in den Gefässen unterstützen den Stoffwechsel in den Geweben und damit auf Körperebene.

Innerlich wie auch äusserlich setzen wir wertvolle Öle, Ghee und Pflanzenauszüge ein. Von Natur aus flüssig dringen, sie in jede Zelle ein und lösen Verklebungen, Toxine und Unverdautes. Die Reinigung bewirkt eine neue Durchlässigkeit für nährende Essenzen.

Nährende Essenzen entstehen aus dem Verflüssigen von festen Nahrungsbestandteilen. Wenn wir unsere Sinne mit Lust auf das passende Nahrungsmittel richten, werden die Körpersäfte zum gesunden Fliessen angeregt. Die Säfte des Körpers wiederum strömen durch feinste Kanäle und dienen dem Leben.

Im Flow zu sein bedeutet für uns, den Wechsel von natürlichem Aufbau, Transformation, Abbau und Wiederaufbau zu unterstützen. Im Flow zu sein bedeutet im Ayurveda, dynamische Lebendigkeit auf dem Fundament der Stille zu leben und vom Flussbett der kosmischen Wahrheit sich tragen zu lassen. Aus dem Leben im Flow entsteht natürlich und organisch Achtsamkeit und Dankbarkeit.

Info zu Ayurveda

 

Tibetan Cranial Therapie

Energetische Massage

Schahila Ute Albrecht, Workshopleiterin Energetische Massage, Dipl.-Psychologin und freie Künstlerin: 

Flow in der Energetischen Massage

Im „Flow“ sein ist ein natürlicher, ganzheitlicher Zustand im Hier und Jetzt – erlebbar als das eigene Leben sich frei entfaltend und freudvoll fliessend im immer neuen Moment.

Dieser Zustand lässt uns über die Kapazitäten des Ego und über das Erleben persönlicher Einschränkungen hinauswachsen.

Ein Zustand, der nicht über Willenskraft herzustellen ist. Er wird erlebbar in der Bereitschaft, sich zu öffnen für den Moment, der trägt, in einer wachen Vorfreude auf den kommenden Moment des Lebens … Energie in Bewegung.

Von der Energetischen Massage heraus betrachtet, könnte  „im Fluss Sein“ als ein fein synchronisierter energetischer Zustand beschrieben werden, der Gehirnhälften und Körpersysteme ausbalanciert – in einer ganz eigenen Perfektion des Moments.

Darüber hinaus kann jemand, der sich im Fluss befindet, „ansteckend“ wirken. Im fliessenden Zusammenwirken mit anderen Menschen kann Neues und Gesundendes im Hier und Jetzt entstehen.

In Verbindung mit hochentwickelten wohlwollenden Wesenheiten aus der geistigen Welt, die sich ganz natürlicherweise im „grossen geistigen Flow“ befinden, kann sich das Leben für kleine und grosse Wunder aller Art und für Heilung öffnen: Win- Win- Win-Momente entstehen scheinbar ganz von selbst, die kein einzelner Mensch je hätte so erschaffen können.

 

Was hindert uns daran, uns in diesen immerwährenden Zustand von Flow hinein geben zu können?

Die Energetische Massage ist 1979 am Esalen Institut, USA, auf einem kombinierten Hintergrund von humanistischer körperzentrierter Psychologie und Grundlagen des Spiritismus entstanden.

Von diesen Grundlagen geleitet, kann gesagt werden: es hindert uns am Flow all das Lebensverneinende, woran wir innerlich energetisch anhaften, womit wir uns identifizieren, woran wir glauben, woran wir festhalten und es im Energiekörper fixieren, bis es sich über die Zeit grobstofflich im physischen Körper manifestiert.

Chronisch gewordene Anhaftungen an z.B. Ängste und Sorgen, Selbstabwertungen und Zweifel, ungesunde Verhaltensmuster, Frustration, oder „Wie etwas zu sein hätte“  führen dazu, dass sich die entsprechende Schicht des Energiekörpers dauerhaft zusammen zieht und an den entsprechenden Körperstellen blockiert.

Erlebte Schreck- und Schockmomente stellen reflexartig das gesamte Körpersystem auf Überlebensmodus um: Stresshormone werden ausgeschüttet, um entweder Kampf- oder Fluchtverhalten einzuleiten oder sich innerlich tot zu stellen, um zu überleben und im Alltag funktionieren zu können.

Dann wird der Alltag als anstrengend und erschöpfend empfunden. Wir erleben uns von anderen getrennt und vielleicht sogar bedroht von der Umgebung und den Menschen um uns herum.

 

Wie trägt Energetische Massage dazu bei, uns in diesen immer währenden Zustand von Flow hinein geben zu können?

In der Energetischen Massage, die eine sanfte und wirkungsvolle Weise von heilsamer Körperarbeit ist, werden die Grundlagen und das Handwerkszeug erlernbar, die den Körper als Gefäss für den Zustand des Fliessens vorbereiten und den Verstand beruhigen.

Im Workshop der Energetischen Massage wird gemeinsam ein Feld in der Runde der Teilnehmenden aufgebaut, um sich für das Erlernen der Energetischen Massage entspannt öffnen zu können. Unter Anleitung kann der Körper die Technik im eigenen Tempo spürend erlernen.

Energetische Massage beinhaltet das Reinigen – die Einladung zum Loslassen von alten, überflüssig gewordenen Energiemustern auf allen Ebenen des Energiekörpers über indirekten und direkten Körperkontakt.

All das energetische Gepäck, das sich im Laufe der Lebenszeit im Körper angesammelt und verfestigt hat, darf Schritt für Schritt losgelassen werden, um die Leichtigkeit des Seins wieder spüren zu können.

Sollten dabei alte Emotionen in der energetischen Reinigung ans Licht der Oberfläche aufsteigen, sind sie willkommen und können bei Bedarf in Einzelarbeit im Workshop prozessiert werden. Deren energetischer Ballast darf losgelassen und die dazugehörenden alten Themen überwunden werden.

Ein weiterer Teil der Energetischen Massage ist eine Einladung, mit dem Lichtkörper (dem eigenen Wesen) im Körper nach Hause zu kommen und sich für den Fluss der selbstheilenden Kräfte im Körperinnenraum zu öffnen.

All dies findet Im Workshop in einem sicheren Feld statt, das verbunden ist mit hochentwickelten, wohlwollend unterstützenden Helferwesen.

So sind wir gut eingebettet: die Erde unter uns, feinstoffliche Helferwesen weit über uns und um uns, die anderen Menschen im Workshop neben uns, und wir dürfen mittendrin sein in unserem eigenen Körper, frei, den Flow des Moments selig zu erleben und uns für Aha-Erlebnisse und Heilung zu öffnen …..

… alles fliesst …
Heraklit

Info zur Energetischen Massage

Geistiges Heilen

Matthias Weiss, Lehrer für Geistiges Heilen am Kientalerhof: 

Flow ist für mich (im Heilen und auch im Leben), mit dem zu gehen, was ist.

Info zum Geistigen Heilen

Systemische Aufstellungen in Kombination mit körperbasierter Traumalösung

Barbara Elisa Brantschen, Therapeutin und Lehrerin für Systemische Aufstellungen am Kientalerhof: 

Wenn über viele Generationen
Verschwiegenes
Gewaltsames
Ungehörtes
Verwundetes

aus der dunklen Tiefe des jahrelangen Vergessens ans Licht kommen darf

wenn sich die Fäden der Liebe unserer Ahnen wieder verbinden

wenn ihre Wunden und Schwächen gesehen werden

ebenso wie ihre Kraft zum Überleben

wenn wir mit Dankbarkeit ernten, was sie säten

wenn ihr Schicksal gewürdigt und dem grossen Ganzen überlassen wird

dann fühlen wir sie hinter uns stehen

…als käme der Flow von weit her…aus der Urquelle des Lebens selbst

bejahend
stärkend
segnend
heilend

und wir fliessen in diesem Fluss

der bedingungslosen Liebe

frei

Eine systemische Aufstellung spiegelt das Unbewusste. Vergessenes, Verdrängtes, Tabuisiertes wird sichtbar, hörbar, fühlbar.

Der Aufstellungsleiter stellt sich somit in den Dienst eines grossen Ganzen, von dem er sich absichtlos führen lässt. Der dadurch sich öffnende Raum von Hingabe und Demut ist der Flow, in dem sich Vorstellungen von ‚gut’ und ‚böse’ auflösen, in dem sich die ganze Tiefe des Mitgefühls und des Verstehens öffnet und bedingungslose Liebe und Zugang zu spirituellem Bewusstsein erfahrbar wird.

Durch die Kombination mit körperbasierter Traumalösung kann eindrücklich erlebt werden, wie durch das Lösen persönlicher und transgenerationsbedingter traumatischen Erfahrungen eine Verbundenheit zu der inneren Weisheit des Körpers und damit zu neuer Lebensorientierung, Ganzheit und gelungener Selbstregulation führt.

Info zu den Kursen und Lehrgängen in Systemischen Aufstellungen

 

 

Der Kientalerhof - das nahe Seminarzentrum in der kraftvollen Bergnatur

Der Kientalerhof ist seit über 30 Jahren führend in der Aus- und Fortbildung von Körper- und KomplementärtherapeutInnen. Wir bieten professionelle und persönlichkeitsbildende Lehrgänge in Shiatsu, Craniosacral Therapie, Trager Therapie, Esalen Massage, Ayurveda Massage, Tibetan Cranial Therapie, Colon Hydro Therapie, Lymphdrainage, Geistiges Heilen, Systemische Aufstellungen an.

Obwohl nur 1 Stunde von Bern und 2 Stunden von Basel oder Zürich entfernt, liegt der Kientalerhof in der ruhigen und kraftvollen Bergwelt des Berner Oberlands. Weg vom Alltag, in den schönen Zimmern des Seminarhauses und bekocht von unserer feinen Naturküche entsteht eine Lernatmosphäre, die nicht nur verstandesmässige Konzentration, sondern auch Offenheit, Verkörperung von Werten und Bereitschaft zur Wandlung fördert.

In allen Jahreszeiten erzählt die Natur im Kiental vom Geheimnis des Lebens, von Gesundheit, Rhythmus und Verbundenheit.

www.kientalerhof.ch

www.chienehuus.ch